Ewa Ming: Die Chefin der SuisseEMEX steht Red und Antwort

09.08.2015 - People
Ewa Ming prägt seit über 18 Jahren die Schweizer Eventbranche mit. Sie hat eine eigene Eventagentur und ein Eventnetzwerk aufgebaut, war Geschäftsstellenleiterin des Branchenverbandes Expo-Event und leitet die SuisseEMEX.

Ewa Ming, wer und was hat Sie seinerzeit in die Eventbranche geführt?
Ewa Ming: Ein Teil meiner Familie ist in der Hotellerie tätig und ich bin in einem internationalen, unternehmerisch geprägten Umfeld aufgewachsen. Gastfreundschaft zu pflegen war für uns immer sehr wichtig. Daher war für mich schnell klar: Ich will ins internationale Hotelbusiness und mit Menschen aus allen Herren Länder zusammenarbeiten. Nach der Hotelfachschule Lausanne waren verschiedene engagierte Unternehmer-Persönlichkeiten wegweisend. Sie inspirierten mich, meine Karriere selbst an die Hand zu nehmen.
Vor 18 Jahren war es für mich nach lehrreichen Marketing-Jahren in der Hotellerie und Gastronomie beschlossene Sache, selbständig zu werden und sofort loszulegen. Ein Nachdiplom-Studium in Kulturmanagement hat mir dann definitiv die Welt der Künstler-, Kultur- und Eventbranche näher gebracht. Schnell kamen nach den ersten Marketing- und PR-Aufträgen aus meinem Hotelumfeld, auch Organisationsaufträge im Bereich Event, Kultur und Künstlervermittlung dazu. Eines hat zum anderen geführt, und wie immer im Leben: Vieles geschieht unvorhergesehen. Wichtig scheint mir, dass man seiner Leidenschaft nachgeht.
 
Wie hat sich die Eventbranche in den letzten 18 Jahren verändert?
Das Internet und das veränderte Konsum- und Dialogverhalten der Gesellschaft hat die Branche geprägt! Bei Live-Events sind viel mehr Emotionen gefragt, damit die eingeladenen Gäste überhaupt kommen und nachher begeistert nach Hause gehen. Wo früher eine im Word selbstgestaltete Einladung für einen Businessanlass genügte, muss heute ein viel grösserer Aufwand betrieben werden. Sonst lassen sich die Leute eher schwer mobilisieren und zufriedenstellen.
Durch die Digitalisierung hat es einen regelrechten Eventboom gegeben. In Zürich ist die Vielfalt und Anzahl an Anlässen fast unerschöpflich und das Niveau extrem hoch. Marken müssen sich ihrer Zielgruppe emotionaler denn je und crossmedial präsentieren. Echte Erlebnismomente, das Story Telling und der passende Content – alles sollte akribisch erarbeitet sein. Die potentiellen Teilnehmer wollen den Mehrwert der Veranstaltung verstehen. Von der Idee bis zur Umsetzung – alles muss perfekt und passend zur Zielgruppe inszeniert sein, da diese höchst informiert und in Zeitnot lebt.
 
Was glauben Sie, in welchen Themen wird die Eventbranche in den nächsten 10 Jahren die grösste Veränderung/Entwicklung erleben? 
Ressourcen – Nachhaltigkeit – Mobilität und Digitalisierung. Wie in anderen Branchen werden in der Schweiz der Kostendruck und das veränderte Informationsverhalten ein Dauerthema sein. Effizientes, ressourcenoptimiertes Arbeiten in der personalintensiven Eventbranche ist gefragt. Nachhaltigkeit ist ebenfalls ein wichtiges Thema. Ausserdem verändern neue Online-Tools und die Mobilität der Kunden die Prozesse, die Informationsbeschaffung und das Teilnehmermanagement. Die Technologien bieten erweiterte Möglichkeiten, Kunden auf anderen Kanälen für Events zu erreichen oder sie aktiv einzubinden – auch ohne Livepräsenz. Einige Beispiele sind Webinare, Videoconferencing und virtuelle Messen. On- und offline gehen Hand in Hand. Von zukünftigen Eventmanagern wird daher viel digitales Fachwissen verlangt und das Know-how, erlebnisreich zu inszenieren.
 
Sie sind Geschäftsführerin der SuisseEMEX, die Ende August in der Messe Zürich stattfindet und somit sehr bald vor der Tür steht. Was ist für Sie die grösste Herausforderung bei der Konzeptionierung und Durchführung dieses Events?
Für mich ist es die Heterogenität der Branche in sich. Von Dialogmarketing über Promotion bis zu Online Marketing ist alles dabei. Weitere wichtige Stichworte sind die Budget-Thematik, Ressourcenknappheit in den Firmen und die Kurzfristigkeit bzw. das ewige Herauszögern von Entscheidungen. Dass die Aussteller ihre Marketingbudgets in Richtung Online verlagern, spürt man stark, obwohl der persönliche Dialog nach wie vor die stärkste und wirksamste Marketingmassnahme ist. Eine echte Herausforderung ist zudem, den unterschiedlichen Wissens-Bedürfnissen der Marketeers gerecht zu werden und ein top spannendes Programm inklusive passendem Ausstellermix zu präsentieren, der die ganze Wertschöpfungskette abdeckt. Es müssen viel Energie und Emotionen in die Inhalte, zum Beispiel in die Sonderschauen, gesteckt werden, damit das Programm für die Besucher attraktiv ist.

Und worauf freuen Sie sich an der diesjährigen SuisseEMEX am meisten, was ist Ihr ganz persönliches Highlight?
Dieses Jahr bietet die „neue“ EMEX so viele Highlights wie noch nie und zeigt sich komplett neu inszeniert mit verschiedenen Themenwelten. Gespannt bin ich auf die Querdenkerwelt und die Media Kitchen in der Halle 1, wie auch das FutureLab in Halle 6. In der Eventhalle ist alles ein Highlight. Mein spezieller Höhepunkt ist aber die EMEX Night - der neue Networking Dinner Event für rund 800 Personen in der Halle 7 im Anschluss an den ersten Messetag. Top Kulinarik, Entertainment vom Feinsten, u.a. mit James Gruntz, und das Networking mit dem Schweizer Marketingmanagement sowie Prominenten sorgen für coole Momente abseits des Messegeschehens. Es freut mich sehr, dass der Anlass schon fast ausgebucht ist.
Am allerschönsten ist für mich aber, wenn alle Messebesucher und Aussteller nach den beiden Tagen inspiriert durch neue Ideen und Kontakte glücklich wieder nach Hause gehen.


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