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Stille Nacht? Weihnachtsbräuche in aller Welt

Warum wichteln in Island 13 Weihnachtstrolle? Und was hat auf den Kanaren ein heiliger Hahn zu suchen? Ein kleiner Einblick in die verschiedenen Weihnachtsbräuche rund um die Welt.

1. Indien: Viel Licht und tagelanges feiern


Interessanterweise ist Weihnachten - genannt „bada din“, in Indien ein offizieller Feiertag, dies obwohl nur etwa 7% der Gesamtbevölkerung christlichen Glaubens ist. Als Weihnachtsbaum wird meist eine Bananenstaude, oder ein Mangobaum verwendet und mit Weihnachtsschmuck behängt. Zu Essen gibt es mit Curryreis gefüllte Tontöpfe, grosse Pfannen mit gewürztem Fleisch und verschiedene Schüsseln mit Gemüse.

Allerdings feiert, wie bereits erwähnt, nur ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung Weihnachten so, wie es im Europäischen Kontinent geliebt und zelebriert wird. Der Grossteil bevorzugt das hinduistische Lichterfest Diwali. Dieses wird immer am 15. Tag des Hindumonats Kartik gefeiert und richtet sich nach dem Lauf des Mondes. Immer zwischen Ende Oktober und Anfang November wird gefeiert – mit Lichtern, Lampen, Laternen, Kerzen und allem was leuchtet und Licht verbreitet. Wohnhäuser, Strassen und Geschäfte werden mit Lichterketten erleuchtet, Lampen in Bäume und Kerzen auf den Dächern aufgestellt. Das Fest dauert ganze 5 Tage und wird nach strengen Ritualen gefeiert.
 

2. Südafrika: Braais, Medizinmänner und das Plantschen im Meer

In Eastern Cape, wo die Xhosa Weihnachten feiern, geht man zu tausenden an den Feiertagen zum familieneigenen Medizinmann um sich gemeinsam um die familiären Angelegenheiten zu kümmern. Bei den Kapmalaien ist „Frühjahrsputz“ angesagt. Dort bekommen die Familienbehausungen sowohl innen, als auch aussen einen frischen Anstrich. Alles wird sauber gemacht, geputzt, es werden neue Kleider und sogar Bettbezüge gekauft. Und in KwaZulu-Natal, hüpfen alle Generationen fröhlich ins Meer, plantschen und baden – was, an den kilometerlangen Stränden Durbans, natürlich ein wahre Show ist. Die Krönung des Festes: selbst gebrautes Bier.
 
Während der englische Teil der Bevölkerung Weihnachtsstrümpfe aufhängt, Tannenbäume aus Draht verwendet und schmückt, in Chören durch die Strassen zieht und Weihnachtslieder singt, feiert der Grossteil der Bevölkerung am 25. Dezember, dem eigentlichen Feiertag der Südafrikaner, hauptsächlich mit Braais (Grillfesten). Die einen gönnen sich Truthahn oder Ente, Roast Beef, Spanferkel mit gelbem Reis, Rosinen und Gemüse, gefolgt von Christmas Pudding, die anderen freuen sich über gegrilltes Fleisch und Beilagen vom Grill. Aber alle haben das Eine gemeinsam: Was übrig bleibt, wird zusammen mit den Geschenken am 26. an die Armen der Bevölkerung verteilt.
 

3. Island: 13 Weihnachtskerle wichteln wie wild

In Island ist Weihnachten ein Familien- und Lichterfest. Da sich dort bereits im November ab dem Nachmittag die Sonne verabschiedet, spielt die festliche Beleuchtung für die Einheimischen eine besondere Rolle. Der Heiligabend wird dort ab sechs Uhr offiziell mit den Kirchenglocken eingeläutet und man wünscht sich „Gleðileg Jól!“
 
Für die Weihnachtsgeschenke sind in Island die „Jólasveinar“ zuständig:
Die 13 Söhne einer Riesin. Trolle mit Namen:
  • Stekkjastaur - Pferchpfosten
  • Giljagaur - Schluchtenkobold
  • Stúfur - Knirps
  • Þvörusleikir - Kochlöffellecker
  • Pottaskefill - Topfschaber
  • Askasleikir - Essnapflecker
  • Hurðaskellir - Türzuschläger
  • Skyrgámur - Quark Gierschlund
  • Bjúgnakrækir - Wurststibitzer
  • Gluggagægir - Fensterglotzer
  • Gáttaþefur - Türschlitzschnüffler
  • Ketkrókur - Fleischkraller
  • Kertasníkir - Kerzenschnorrer 
Diese waren früher dafür bekannt, den Menschen Streiche zu spielen, die sich auf ihre Namen bezogen und haben mittlerweile die Aufgabe der Geschenkverteilung bei der isländischen Weihnacht übernommen. Die Weihnachtskerle kommen ab dem 12. Dezember täglich von den Bergen herunter und stecken Kindern Überraschungen in die Schuhe, die am Abend zuvor in die Fenster gestellt wurden. Den „braven“ Kindern Geschenke, den „bösen“ Kartoffeln oder Mohrrüben. 13 Tage lang werden in Island solch kleine Weihnachtsgeschenke verteilt, bis die Jólasveinar, vom 26. Dezember bis zum 6. Januar, wieder einzeln zurück in ihre Höhle in den Bergen gehen. Diese Geschichte lässt sich auf alte nordische Mythen zurückführen. Genauso wie die der Weihnachtskatze, die faule Menschen auffrisst, die nicht fleißig genug waren und im vergangenen Jahr nicht die gesamte Wolle verarbeitet haben.
 

4. Australien: Wasserski und Goldstücke

In Australien wird das ganze Land feierlich dekoriert. In den Alleen werden die Bäume bunt behängt, die Familien schmücken ihre gekauften Plastiktannen mit Weihnachtsdekorationen und die Vorgärten sowie Hauswände werden, ganz im amerikanischen Stil, in weihnachtliche "Winter-Wonder-Lands“ verwandelt. 
 
Dennoch ist es für ein klassisches Weihnachtsfest zu heiss und deshalb verbringt man in Down Under die Bescherung eher an Stränden, auf Surfbrettern oder Wasserskiern. Gefeiert wird meist im Garten, oder am Strand - mit Picknick und Grillieren. Das Essen rundet der traditionelle Weihnachtspudding ab, in dem sich eine Münze befindet. Ein Brauch, der noch aus den Zeiten des Goldrausches stammt.

Sehr viele Städte und Gemeinden organisieren abendliche Treffen mit Singen von Weihnachtsliedern. Dieses „Public Singing“ hat seinen Höhepunkt in Melbourne, wo sie zu tausenden auf Decken sitzen und Kerzen anzünden, um gemeinsam die Lieder zu intonieren.


 5. Kanarische Inseln: Süsses und ein Weihnachts-Hahn

„Oh Palmenbaum, Oh Palmenbaum, wie grün sind deine Wedel…“
Traditionell schmücken die Canarios zur Weihnachtszeit eher Palmen, oder Gummibäume und verzichten auf gekaufte Plastiktannen. Sobald die Weihnachtsglocken die besinnliche Zeit eingeläutet haben, werden alle Schaufenster mit künstlichen Schneeflocken geschmückt und überall gibt es Turrón – eine typisch spanische Weihnachtsleckerei zu finden. Diese Süssigkeit kommt im Grunde vom spanischen Festland. Aber auch auf den Kanaren ist eine Weihnachtszeit ohne die Leckerei aus Mandeln, Honig, Zucker und Eiklar einfach undenkbar. 
 
Und wie heisst es doch gleich so schön: andere Länder, andere Sitten. Endet die Weihnachtszeit in der Schweiz im Grunde recht abrupt mit dem 26. Dezember, wird auf den Kanaren noch bis zum 6. Januar stimmungsvoll weitergefeiert. Wenn die Uhren an Heiligabend endlich Mitternacht schlagen, machen sich alle Familien auf den Weg in die Kirche, um die traditionelle Christmette, die "Misa de Gallo" – genannt „Messe des Hahns“ zu besuchen. Diese heisst so, weil eine Legende besagt, dass ein Hahn unter den ersten Zeugen von Jesu Geburt gewesen sei und die frohe Kunde in die Welt verbreitet haben soll. 
 

6. Mexiko: Posadas, Pappmaché und Prügel
 
Weihnachten ist einer der wichtigsten Feiertage in Mexico. Im Gegensatz zu unseren Breitengraden wird dort allerdings weniger besinnlich, als mehr mit Tanz, Musik, vielen sozialen Kontakten, und einer Menge Essen und Trinken gefeiert.

Gefeiert wird ab dem 16. Dezember mit den „Posadas“, die bis zum 24. Dezember dauern und die Herbergssuche von Maria und Joseph nachahmen. Die verkleideten Personen klopfen hierbei neun Tage lang an die Haustüren um Einlass zu erbeten. Sie werden - als Zeichen, dass die Unterkunft voll ist - zwei Mal abgewiesen und danach herein gelassen. Und wenn es dann endlich soweit ist, lassen die Mexikaner es sich nicht nehmen ordentlich zu feiern - mit einer Pinata! Einer farbenfrohen Figur aus Pappmaché gefüllt mit Süssigkeiten und buntem Allerlei - auf die munter mit einem Stock eingeschlagen werden darf, bis sie platzt und ihre Fülle ergiesst.
 
An Heiligabend verbringt man seine Zeit in der Grossfamilie und isst erst nach der Mitternachtsmesse. Am 25. Dezember gibt es nur für einige Kinder die Bescherung, denn laut der historischen Überlieferung, bekam auch das Jesuskind erst im neuen Jahr seine Geschenke (Gold, Weihrauch und Myrrhe) von den heiligen drei Königen überreicht. Je nach Familie werden deshalb die Geschenke der Kinder erst am Dreikönigstag übergeben. 
 
Je weiter man durch die Welt und ihre Weihnachtsbräuche streift, desto deutlicher kristallisiert sich eines heraus. Egal wo auf der Welt wir uns befinden: Für alle ist es ein Fest des Lichts, der Nächstenliebe und ein Feiern im Kreise der Freunde und der Familie!



 

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